Sehen - Fühlen - Verstehen
Bilder - Philosophie

Unverzeihliches

Böser Traum, Mee Too, Wasserleiche, Vergewaltigungsopfer, Ölbild, Anklage MissbrauchOpfer sexueller Gewalt: es gibt keine Tiergattung, die systematisch sexuelle Gewalt ritualisiert. Auch da ist homo sapiens einzigartig.


Böser Traum

Ölfarbe auf Leinwand, 45 cm x  170 cm, 2001

Der Mensch ist das Tier, das seiner Triebhaftigkeit bewusst ist. Dies hebt ihn aber nicht über die anderen Tiere. 

Ich kenne keine andere Tiergattung, die aus sexueller Lust ihresgleichen so quälen kann, wie es Menschen zu tun imstande sind. Und es gibt wohl keine Tiergattung, die sexuelle Befriedigung mit anderen Tiergattungen finden oder sexuelle Erregung im Nahtodzustand erleben kann. Menschen, die sich an Gewaltexzessen berauschen und kleinste Nachkommen der eigenen Gattung schänden, aus welchen abartigen Trieben auch immer. Möge die Wissenschaft klären, wie es zu dieser Fehlentwicklung der Evolution kommen konnte. Dass wir als vernunftbegabte Wesen immer wieder in die tiefsten Abgründe menschlichen Tuns schauen müssen, erfüllt mich mit Wut und wenn offensichtlich keine Institution vor Übergriffen schützt und selbst im Umfeld des Papstes wegen Vergewaltigung und Missbrauch strafrechtlich ermittelt wird, lässt mich das ratlos zurück.

Das Mittelalter mit Hexenverbrennungen und Aberglaube gilt als eine dunkle Periode unserer Menschengeschichte. Nun erleben wir auf dem elektronisch beleuchteten Weg der Menschheit zur Verschmelzung mit künstlicher Intelligenz eine ganz andere, weltumspannende Dimension des menschlichen Abgrundes, die Kehrseite der Selbstoptimierung des Homo Deus.

Die Folterwerkzeuge des Mittelalters und vergangener Jahrhunderte waren primitiv, brutal und lösen schon beim Anblick Schmerzen aus. .... Aber was konnten diese Foltermethoden ausrichten im Verhältnis zu den heutigen Möglichkeiten der Willenssteuerung ganzer Massen?


geschändetes Kind, Gerichtsmedizin, Kindesmissbrauch, Gewalt gegen KinderKindesmissbrauch und Ermordung aus sexueller "Erregung" lassen tief in menschliche Abgründe schauen, Ölbild Schmidt-Wottrich.


Aus der Tiefe



Ölfarbe auf Holzplatte, 50 cm x 150 cm, 2001

Was muss einen Menschen bewegen, dasjenige zu zerstören, was er am sehnlichsten begehrt?

Haram, Gekreuzigter ohne Kreuz, nackter Mann am Kreuz, Religion und TriebeHaram steht für den schwanzgesteuerten Mann, Ölbild von Jörg Schmidt-Wottrich


Harām

Ölfarbe auf Leinwand, 45 x 170 cm, 2000

Ein Gekreuzigter - ohne Kreuz aber mit imposantem Gemächt. Kommt das Wort Gemächt von Macht? Und siehe da: "mittelhochdeutsch gemaht (Plural gemehte), althochdeutsch gimaht(i), zu Macht in der veralteten Bedeutung »Zeugungskraft (des Mannes)« (aus: https://www.duden.de/rechtschreibung/Gemaecht_Geschlechtsorgan)

Und immer noch, sind die religiösen Eiferer schwanzgesteuert. Archaische Formen des Patriarchats werden gepredigt, Frauen bei lebendigem Leibe mit schwarzen Gewändern mumifiziert und als Gebärmaschinen gehalten, während die Männer Jahrtausend alte Sprüche plappern. Der Mann hat Angst vor dem eigenen Schwanz und traut sich selbst nicht über den Weg. Oh ihr armseligen, triebgeladenen Geschöpfe. Möge euch ein Gott erlösen, denn die menschliche Vernunft hat euch noch nicht erreicht. Der Verstand scheint noch nicht mächtig zu sein oder noch einige hundert Jahre zu benötigen, bis auch der letzte Mann ein normales, menschliches Verhältnis zu sich und seinem Schwanz entwickelt hat.


Valencia, Stierkampf, Kampf um Leben und Tod, Ölbild Jörg Schmidt-WottrichPicasso, Hemingway und andere "große" Männer liebten den Stierkampf. Was fehlte Ihnen?


Valencia

Ölfarbe auf Leinwand, 120 x 150 cm, 1997

In den Reihen neben und hinter mir in der Stierkampfarena sitzen Männer im Business-Lock, Großeltern mit ihren Enkeln, die in keinen Kinofilm ab 12 Jahre gehen dürften, gemischtes Volk. Die Stimmung ist ausgelassen, man konsumiert , was in anderen Stadien auch konsumiert wird, die Kinder scheinen sich wie bei einem Kindergeburtstag zu fühlen. 

Dann wird der erste Stier hereingelassen, mehr als 500 kg stampfendes Fleisch, dessen Ende in einer Choreografie des Todes vorgezeichnet ist. Auf seinem Leidensweg fange ich einen Blick des Stieres ein. Das Blut läuft an ihm herunter, aus den Wunden der Banderillas  die er zum Teil abgeschüttelt hat. Er hält inne, dreht seinen Kopf und sieht in meine Richtung: fragend, ungläubig.


Die Reise auf dem Fisch, 2006, Öl auf Leinwand ca. 80 x 180 cm,


Hier geht es weiter zu Deutsche Bank Trilogie, KörperweltenMenschenfrühe Bilder